{"id":242,"date":"2025-11-09T12:28:39","date_gmt":"2025-11-09T12:28:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.fediscience.org\/leben-und-geld\/?p=242"},"modified":"2025-11-09T13:10:12","modified_gmt":"2025-11-09T13:10:12","slug":"liniendiagramme-die-mehr-sagen-als-sie-sagen-sollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.fediscience.org\/leben-und-geld\/2025\/11\/09\/liniendiagramme-die-mehr-sagen-als-sie-sagen-sollen\/","title":{"rendered":"Liniendiagramme, die mehr sagen als sie sagen sollen"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor kurzem <a href=\"https:\/\/blogs.fediscience.org\/leben-und-geld\/2025\/11\/01\/unsere-gesundheit-ein-bild-sagt-mehr-als-tausend-worte-oder-wie-viele-genau\/\">hatte ich hier<\/a> die ungewollte Botschaft eines Tortendiagramms zum Zusammenspiel verschiedener Ursachen vorzeitiger Sterblichkeit kommentiert. Auch Liniendiagramme k\u00f6nnen plauderiger sein als n\u00f6tig. In einem <a href=\"https:\/\/www.surplusmagazin.de\/child-penalty-mutter-geburt-einkommensverlust-frauen\/\">Beitrag der Zeitschrift Surplus<\/a> \u00fcber eine <a href=\"https:\/\/www.zew.de\/fileadmin\/FTP\/dp\/dp25033.pdf\">ZEW-Studie zu Einkommensverlusten<\/a> bei M\u00fcttern nach der Geburt eines Kindes werden die zentralen Ergebnisse so pr\u00e4sentiert:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"907\" height=\"706\" src=\"https:\/\/blogs.fediscience.org\/leben-und-geld\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/11\/Einkommen-nach-Geburt.png\" alt=\"Grafik zum Einkommen von Frauen vor und nach der Geburt\" class=\"wp-image-243\" srcset=\"https:\/\/blogs.fediscience.org\/leben-und-geld\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/11\/Einkommen-nach-Geburt.png 907w, https:\/\/blogs.fediscience.org\/leben-und-geld\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/11\/Einkommen-nach-Geburt-300x234.png 300w, https:\/\/blogs.fediscience.org\/leben-und-geld\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2025\/11\/Einkommen-nach-Geburt-768x598.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch hier sagt das Bild hilfreich wieder mehr als 1.000 Worte. Der Einkommensverlust ist beeindruckend und, so die ZEW-Autor:innen Valentina Melentyeva und Lukas Riedel, deutlich gr\u00f6\u00dfer als bisher angenommen. Interessant ist auch, das nur nebenbei, dass sich bei V\u00e4tern keine vergleichbaren Einkommensverluste zeigen. Bei V\u00e4tern werden wohl sogar \u201eVaterschaftspr\u00e4mien\u201c diskutiert: manche M\u00e4nner konzentrieren sich nach der Geburt von Kindern ganz besonders auf ihren Beruf. Den M\u00fcll tragen die meisten sicher trotzdem noch raus.<\/p>\n\n\n\n<p>Zumindest bei fl\u00fcchtiger Betrachtung sagt das Bild aber auch mehr als die 1.000 Worte, die es uns erspart. Die durchgezogenen Linien suggerieren n\u00e4mlich kontinuierliche Gehaltsver\u00e4nderungen, obwohl der Analyse Jahresdaten zugrunde liegen. So k\u00f6nnte man meinen, dass schon im Jahr vor der Geburt das Einkommen der M\u00fctter zur\u00fcckging. Von der Sache her w\u00e4re das durchaus plausibel, wenn die schwangeren Frauen z.B. ihre Arbeitszeit reduziert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die ZEW-Studie selbst bildet die Einkommensverluste mit Liniendiagrammen ab, indem sie die Datenpunkte linear verbindet. Surplus verst\u00e4rkt den leicht irref\u00fchrenden Bildeffekt noch etwas, weil es die Daten als Flourish Chart mit einem h\u00f6hergradigen Polynom wiedergibt, mit sichtbaren Ver\u00e4nderungen zwischen den Jahresdaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der wichtigen Botschaft tut dies in diesem Fall aber keinen Abbruch. Die Geburt eines Kindes ver\u00e4ndert die Einkommenssituation von Frauen in relevantem Ausma\u00df, mit Folgen bis zu den Renten. Das gleicht vermutlich auch keine M\u00fctterrente mehr aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor kurzem hatte ich hier die ungewollte Botschaft eines Tortendiagramms zum Zusammenspiel verschiedener Ursachen vorzeitiger Sterblichkeit kommentiert. 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